Philologen-Verband NW sieht richtige Weichenstellung für weiterführende Schulen

  • Keine weiteren übereilten Schulöffnungen an den Gymnasien und Gesamtschulen
  • Weiterführende Schulen können ihre Konzepte bis zu den Ferien fortsetzen
  • Der Fokus kann auf die Planung von Schule und Unterricht nach den Sommerferien gelegt werden

Düsseldorf. Nach Tagen der Unklarheit hat die heutige 23. Schulmail des Ministeriums für Schule und Bildung Planungssicherheit für die weiterführenden Schulen bis zum Schuljahresende gegeben - leider nicht so für die Grundschulen. Für die weiterführenden Schulen verzichtet das Schulministerium auf weitere Öffnungen vor den Sommerferien. Das entspricht den Forderungen des Philologen-Verbands NW (PhV NW) von vergangener Woche Freitag zumindest für diese Schulform: „Es ist gut und richtig, dass die weiterführenden Schulen bis zu den Sommerferien die jetzigen Unterrichtskonzepte zu Distanz- und Präsenzlernen fortsetzen können. Erneute Veränderungen wären sowohl für die Schulen als auch für die Eltern, Schülerinnen und Schüler nicht sinnvoll und nur schwer vermittelbar gewesen“, so die PhV NW-Vorsitzende Sabine Mistler. 

Einzig sinnvoll: Kein Hochfahren des Unterrichts an weiterführenden Schulen
In der aktuellen Schulmail heißt es: „Im Gegensatz zu den Primarschulen ist an den weiterführenden Schulen eine Durchmischung der Lerngruppen deutlich schwieriger zu vermeiden. So erschweren die Größe der Schulen und die Organisation des Schulalltages, etwa durch Kurs- und Differenzierungssysteme sowie das Fachlehrerprinzip, ein Vorgehen wie in den Primarschulen.“ Das bedeutet: Das Hygiene- und Infektionsschutzkonzept für die Grundschulen ist demnach für die weiterführenden Schulen nicht anwendbar. „Eine andere Entscheidung wäre unverantwortlich gewesen“, so Mistler. Darüber hinaus findet auch die derzeitige außergewöhnliche Belastungssituation der Lehrkräfte an diesen Schulformen Berücksichtigung. Viele Lehrkräfte sind am Limit. Die Durchführung der Abiturprüfungen mit um drei Wochen verkürzten Korrekturzeiten, die Abschlussprüfungen der 10er-Jahrgänge sowie die Herausforderung des parallelen Präsenz- und Distanzunterrichts, fordern bereits jetzt alle Schulleitungen und Lehrkräfte im vollumfänglichen Maße.

Breites Bündnis fordert Fokus auf das neue Schuljahr zu legen
Die weiterführenden Schulen können sich nun auf einen gut gelingenden Start nach den Sommerferien konzentrieren: „Dabei müssen der Infektionsschutz und die Qualität von Unterricht zwecks Hinführung zu einem maximal möglichen Lernerfolg, die Eckpfeiler der Planungen für das nächste Schuljahr sein“, fordert Sabine Mistler. Gute Bildung kann und muss auch in Pandemiezeiten angestrebt werden und entsprechend der Möglichkeiten unter konkreten Rahmenbedingungen umgesetzt werden können.

Den Fokus endlich auf das kommende Schuljahr zu legen, wurde ebenfalls bereits vergangenen Freitag gemeinsam mit einem breiten Bündnis bestehend aus Lehrer-, Elternverbänden, der Landesschüler*innenvertretung und Schulleitervereinigungen gefordert.