Keine Schwächung des Infektionsschutzes an Schulen in NRW

  • Steigende Infektionszahlen dürfen nicht ignoriert werden.
  • Landesregierung muss Schulen und deren Umfeld besser schützen.
  • Philologen-Verband NW fordert konsequentere Vorsorge.

Düsseldorf, 29.09.2020. Der Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen (PhV NW) begrüßt die auf der heutigen Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs ausgesprochene Mahnung zur besonderen Vorsicht angesichts der sinkenden Temperaturen, des vermehrten Aufenthalts in geschlossenen Räumen in der Herbst- und Winterzeit sowie der drohenden Grippesaison. „Nach wie vor bereitet es uns große Sorge, dass das aus pädagogischen Gründen nachvollziehbare Ziel des Präsenzbetriebs mit dem allgemein akzeptierten Abstandsgebot nur schwerlich in Einklang zu bringen ist“, beklagt die Landesvorsitzende Sabine Mistler. Dass immer mehr Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrkräfte in Quarantäne geschickt werden müssen, zeige, dass die bisher eingesetzten Instrumente zu kurz greifen und umfassende Hygienekonzepte erforderlich sind.

Als Schritt in die richtige Richtung bewertet der PhV NW die Betonung der Notwendigkeit des regelmäßigen Lüftens. „Hier bedarf es jedoch technischer Anpassungsmaßnahmen in den Schulen“, so Sabine Mistler. Besonders in den Schulformen mit gymnasialer Oberstufe stellt sich angesichts des Kurssystems zudem das Problem, dass sich die von den Regierungschefs propagierte Bildung von getrennten Personengruppen („Clustern“) kaum umsetzen lässt.

Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen fordert der PhV NW die Beibehaltung der Möglichkeit freiwilliger Testungen für Lehrkräfte und eine entsprechende Modifizierung des Testverfahrens. „Wir brauchen mehr Vorsorge und ein umfassenderes Infektionsschutzkonzept. Sonst wird es immer schwieriger, den Regelbetrieb an den Schulen aufrecht zu erhalten“, stellt Sabine Mistler, Vorsitzende des Philologen-Verbandes Nordrhein-Westfalen, klar.