PhV in den Medien

Auch die Lehrer schlagen Alarm: Nach den Einschränkungen und Veränderungen im Schulbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie sorgen viele Lehrkräfte sich um den Lernstand ihrer Schüler, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter rund 7000 Lehrern, die der Deutsche Philologenverband veröffentlicht hat. Die Lehrkräfte befürchten, dass der verpasste Lernstoff nicht mehr aufgeholt erden kann.

(...) Auch Bildungsgewerkschaften und Lehrerverbände hatten sich überwiegend für eine Öffnung der Schulen ausgesprochen – jedoch nicht um jeden Preis. Distanzunterricht bleibe „die Ultima Ratio, wenn sichere Präsenz nicht mehr möglich ist“, hieß es beim nordrhein-westfälischen Philologenverband. 

Der komplette Beitrag ist am Mittwoch, 12. Januar 2012 bei SternTV Online www.sterntv.de erschienen.

(...) Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen sind besonders skeptisch: insgesamt 72 Prozent antworteten mit „eher nein“ und „nein“ auf die Frage: „Halten Sie die politischen Maßnahmen für ausreichend dafür, dass die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende dieses Schuljahres das Versäumte nachholen können?“. Eine große Mehrheit glaubt also, dass den Schülern Stoff fehlt. Helfen könnte laut Umfrage mehr Personal: mehr als die Hälfte (51,88%) der Lehrkräfte an Gymnasien gaben an, dass es an ihrer Schule nicht genügend Fachlehrer gibt.

Schlechte Nachrichten zum Schulbeginn: Knapp zwei Drittel der Lehrerinnen und Lehrer (64 Prozent) an Gymnasien und Gesamtschulen gehen durch die Corona-Pandemie von nicht mehr aufzuholenden Versäumnissen bis zum Ende dieses Schuljahres aus. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Philologenverbandes unter rund 7000 Lehrkräften (Gymnasien und andere zum Abitur führende Schulen) bundesweit hervor.

(…) Bei den Lehrerverbänden herrscht grundsätzlich Zustimmung zum Festhalten am Präsenzunterricht. Klar sei aber auch, "dass es keinen Präsenzunterricht um jeden Preis geben darf", schreibt der nordrhein-westfälische Philologenverband (PhV NRW) in einer Reaktion am Donnerstag. Distanzunterricht bleibe "die Ultima Ratio, wenn sichere Präsenz nicht mehr möglich ist". Wechselunterricht dagegen habe sich als hohe Doppelbelastung für die Lehrkräfte herausgestellt: "Im vorigen Jahr mussten Lehrkräfte zum Teil Präsenzunterricht halten und parallel den Distanzunterricht vorbereiten.

(…) Bei den Lehrerverbänden herrscht grundsätzlich Zustimmung zum Festhalten am Präsenzunterricht. Klar sei aber auch, "dass es keinen Präsenzunterricht um jeden Preis geben darf", schreibt der nordrhein-westfälische Philologenverband (PhV NRW) in einer Reaktion am Donnerstag. Distanzunterricht bleibe "die Ultima Ratio, wenn sichere Präsenz nicht mehr möglich ist". Wechselunterricht dagegen habe sich als hohe Doppelbelastung für die Lehrkräfte herausgestellt: "Im vorigen Jahr mussten Lehrkräfte zum Teil Präsenzunterricht halten und parallel den Distanzunterricht vorbereiten."

(…) René Jaques ist Sprecher des Philologenverbandes und stellvertretender Leiter des Zeppelingymnasiums in Lüdenscheid – er hält die Entscheidung für richtig und sagt: „Eine Rückkehr zum Distanzunterricht sollte als letztes Mittel nur noch mit Blick auf die jeweilige einzelne Schule in Betracht kommen, wenn sich dort Infektionen häufen sollten.“

Der Beitrag war am Freitag, 7. Januar 2022, im Radio Märkischer Kreis (www.radiomk.de) zu hören.

(...) „Wenn die Infektionslage im kommenden Jahr einen sicheren und regulären Schulbetrieb nicht zulässt, wäre Distanzunterricht schmerzlicherweise die Ultima Ratio“, sagte Sabine Mistler, Landesvorsitzende des Philologenverbands NRW, unserer Redaktion. Die Gesundheit der Schüler und Lehrkräfte gehe klar vor. Homeschooling könne es aber nur zusammen mit einem gesamtgesellschaftlichen Lockdown geben: „Alle anderen Schutzmöglichkeiten müssten vorher ausgeschöpft sein“, stellte sie klar.

Sabine Mistler, Vorsitzende des Philologenverbands NRW, ist froh darüber, dass aufgrund rückläufiger Infektionszahlen in NRW in der letzten Woche vor den Weihnachtsferien der Unterricht wie geplant stattfindet. Jede Schulstunde, die nicht ausfällt, sei eine gewonnene Stunde für die Schülerinnen und Schüler. „Gleichwohl sehen wir, dass die Wissenschaft vor einem dramatischen Anstieg der Infektionszahlen im neuen Jahr warnt. Deshalb erwarten wir von den Verantwortlichen in Landesregierung und Schulministerium, dass sie die Lage sehr genau im Blick haben.“

(...) Sabine Mistler, die Vorsitzende des Philologen-Verbands NRW, sieht eine mögliche Aussetzung der Präsenzpflicht kritisch. „Die Kollegen müssten dann ja Präsenz- und Distanzunterricht gleichzeitig leisten, das halte ich bei der aktuell ohnehin schon extremen Belastungssituation für unzumutbar“, sagt sie. „Ich weiß, dass sich das viele wünschen, weil sie am Limit sind und Ängste und Sorgen haben, aber für die Lehrer wäre das die schwierigste Variante.“ Zumal gerade in den höheren Klassenstufen bis in die letzte Schulwoche hinein noch viele Arbeiten anstünden.

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