Informationen zum Tarifabschluss 2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitglieder, 

Sie haben es gewiss den Medien entnommen: Die Tarifrunde 2021 ist am Montagmorgen nach zähen Verhandlungen zu Ende gegangen. Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich darauf geeinigt, dass die Tarifbeschäftigen der Länder eine einmalige Corona-Sonderzahlung in Höhe von 1300 Euro erhalten. Diese soll spätestens im März des kommenden Jahres als steuer- und abgabenfreier Nettobetrag ausgezahlt werden. Zudem steigen ab dem 1. Dezember 2022 alle Tabellenentgelte und die dynamischen Entgeltbestandteil um 2,8 Prozent. Die Laufzeit des Abschlusses beträgt 24 Monate. NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper hat angekündigt, die Landesregierung werde schnellstmöglich über die Übernahme des Abschlusses für die Beamtinnen und Beamte entscheiden.

So hat unser Tarifexperte Matthias Overbeck die Verhandlungen erlebt

Matthias Overbeck, Tarifexperte unseres Verbandes und Mitglied der Bundestarifkommission (BTK), äußert sich zum Tarifergebnis: Wir hätten uns angesichts der Leistungen, die der öffentliche Dienst und insbesondere unsere Kolleginnen und Kollegen an den Schulen auch und gerade in der Pandemie erbringen, eine größere Wertschätzung seitens der Arbeitgeber gewünscht.  Hier ist ein deutlicher Unterschied zwischen den öffentlichen Reden der Politik und den tatsächlichen Bedingungen am Verhandlungstisch spürbar. Uns war von vornherein bewusst, dass wir schwierige Verhandlungen zu erwarten hätten, aber die Ernüchterung über die Haltung der Arbeitgeber und das Gesamtergebnis überwiegt am Ende deutlich. 

Immerhin konnte der Angriff auf die Neubewertung des Arbeitsvorgangs, was nach Vorstellung der Arbeitgeber für viele Beschäftigte im TV-L de facto eine niedrigere Eingruppierung bedeutet hätte, abgewehrt werden, dieses Thema wird nunmehr vor dem Bundesverfassungsgericht zu klären sein. Damit verbunden war aber auch die Verweigerungshaltung der TdL zur Thematik von strukturellen Verbesserungen, die für uns im Bereich der Lehrkräfte in der Verwirklichung der Paralleltabelle und der stufengleichen Höhergruppierung ein vordringliches Anliegen darstellt. Eine Attraktivitätsoffensive für unseren Berufsstand sieht anders aus!