Das Arbeitspensum an Gymnasien und Gesamtschulen ist hoch, vor allen Dingen mit Blick auf den vor- und nachbereitungsintensiven Unterricht in der Oberstufe. Gerade in den ersten Wochen und Monaten kommt auf Sie als neuen Kollegen an der Schule viel zu: Sie müssen das Kollegium kennen lernen, die Schule und ihre Schülerschaft, die Eltern, das Umfeld und nicht zuletzt all die Abläufe, die für die anderen Kollegen bereits Routine sind.

Pflichtstunden

»Ganz nebenbei« müssen Sie natürlich auch unterrichten: Seit dem 1. Februar 2004 gelten für Lehrkräfte an Gymnasien und Gesamtschulen in der Regel 25,5 Pflichtstunden. Aus schulorganisatorischen Gründen kann die Zahl der wöchentlichen Pflichtstunden um bis zu sechs Stunden über- oder unterschritten werden. Beträgt die Überschreitung mehr als zwei Stunden und dauert länger als zwei Wochen an, bedarf sie der Zustimmung des betroffenen Lehrers. Zu viel oder zu wenig erteilte Unterrichtsstunden sollen innerhalb eines Schulhalbjahres bzw. spätestens im folgenden Schulhalbjahr ausgeglichen werden. An jeder Schule ist daher ein System etabliert, das diesen Umständen Rechnung trägt. Es wird versucht, eine gerechte Arbeitszeitverteilung innerhalb des Lehrerkollegiums sicherzustellen.

Anrechnungsstunden

Zur ständigen Wahrnehmung besonderer schulischer Aufgaben und zum Ausgleich besonderer unterrichtlicher Belastungen (zum Beispiel Klassenleitung, Beratungstätigkeiten, Sammlungsleitung etc.) können Schulen über ein beschränktes Kontingent an Anrechnungsstunden verfügen. Die Entscheidung über deren Verteilung fällt die Lehrerkonferenz unter besonderer Berücksichtigung der speziellen Belastungen der Lehrer (Korrekturen, Klassenleitung, AGs usw.).

Mehrarbeit, Überstunden

Mehrarbeit sind alle zu erteilenden Unterrichtsstunden, die über die individuelle Unterrichtsverpflichtung hinausgehen. Nach §61 des Landesbeamtengesetzes (LBG) sind verbeamtete Lehrer zur Mehrarbeit verpflichtet, wenn »zwingende dienstliche Verhältnisse« (Erledigung unaufschiebbarer, vorübergehender Aufgaben, zum Beispiel zur Sicherung der Aufsichtspflicht) vorliegen. Grundsätzlich soll Mehrarbeit für Beamte sowie für vollzeitbeschäftigte Angestellte durch Freizeit ausgeglichen werden. Da dies für den Schuldienst nur stark eingeschränkt möglich ist, wird ab der vierten Mehrarbeitsstunde pro Monat die Mehrarbeit ab der ersten Stunde bezahlt (BASS 21-22 Nr. 21).

Bei Fragen zu Unterrichtsverteilung, Mehrarbeit und Vertretungs- und »Bereitschaftsstunden« wenden Sie sich an Ihren Personalrat des Philologen-Verbandes, der Ihnen gerne Auskunft gibt.

Gesundheit

Angesichts der zahlreichen Aufgaben und der hohen zeitlichen Belastung ist klar, dass eine Zeit voller Herausforderungen auf Sie zukommt. Nun muss der damit verbundene Stress nicht unbedingt negativ sein; viele Menschen können gut damit umgehen und ruhen trotz vielfältiger Beanspruchung sicher in sich selbst. Aber es ist auch eine Tatsache, dass gerade Lehrer besonders häufig von Burnout betroffen sind; und zwar nicht selten so stark, dass sie ihren Beruf über längere Zeit nicht mehr ausüben können.

Achten Sie angesichts der erheblichen Belastungen in Ihrem fachlich und pädagogisch anspruchsvollen Beruf auf Ihre Gesundheit. Dazu gehören Freunde und Familie, die Ihnen auch in den ganz „heißen“ Phasen des Schuljahres die Sicherheit geben, dass Ihr Leben nicht nur aus Schule besteht. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Beruf und Privatleben in Ihrem Fall in eine Schieflage geraten sind, dann suchen Sie sich Beratung und kontaktieren Sie einen Personalrat des Philologen-Verbandes, der die besonderen Arbeitsbelastungen an Gymnasien und Gesamtschulen sehr genau kennt. Auch bietet der Philologen-Verband regelmäßig Fortbildungen zur Lehrergesundheit an. Behalten Sie daher z.B. die Angebote der phv-akademie im Auge.