Junge Philologen im PhV NW fordern: Bessere Bedingungen für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst in der Corona-Krise und danach schaffen!

Die Situation Referendare an den Schulen in NRW verschlimmert sich durch den Wegfall der unterrichtspraktischen Bestandteile des Referendariats erneut. Wichtige Grundlagen des Vorbereitungsdienstes, die für den späteren Berufsalltag essenziell sind, fehlen. Zwar gibt es bereits verschiedene Konzepte, um die fehlenden unterrichtspraktischen Anteile mithilfe von Videokonferenzen, Prüfungsgesprächen oder digital konzipierten Seminarveranstaltungen zu kompensieren, jedoch kann dieses Vorgehen aus Sicht der Jungen Philologen kein adäquater Ersatz für unterrichtspraktische Erfahrungen im Präsenzunterricht sein.

„Die Verunsicherung, die Frustration und das Unverständnis über die aktuelle Ausbildungssituation sind enorm“, so Georg C. Hoffmann, Vorsitzender der Jungen Philologen im Philologen-Verband NW. Dies liegt auch an der fehlenden Planbarkeit und der mehrfachen Erstellung von Unterrichtsentwürfen, die für Ersatzformate wieder neu erstellt werden müssen. Die unterrichtspraktischen Prüfungen können aktuell erneut nicht vollumfänglich in Präsenz durchgeführt werden. Die Studienseminare und Referendare können auch hier nur auf Sicht fahren. Referendare brauchen aber eine größtmögliche Entscheidungsfreiheit und Planungssicherheit für die zur Wahl stehenden Prüfungsformate im aktuellen Prüfungszeitraum.

Um die unterrichtspraktischen Defizite im Vorbereitungsdienst zu kompensieren, fordern die Jungen Philologen NW:

  • bereits jetzt allen Referendaren eine unbürokratische Verlängerungsmöglichkeit des Vorbereitungsdienstes unter Fortzahlung der Bezüge und unter Beibehaltung der Beihilfeansprüche von mindestens drei Monaten zu ermöglichen,
  • die Ausstattung aller Referendare mit Dienstgeräten und Zugänge zu rechtssicherer Software für eine zeitgemäße digitale Unterstützung des Unterrichts,
  • insbesondere die Ausbildungs- und Prüfungssituation der Referendare bei schrittweiser Öffnung der Schulen zu berücksichtigen,
  • die Anteile des selbstständigen Unterrichts in der Ausbildung zugunsten des Unterrichts unter Anleitung zu kürzen,
  • zusätzliche Kapazitäten für eine intensivere Betreuung und Ausbildung der Referendare bereitzustellen,
  • Unterstützungsangebote für Berufseinsteiger, die ihr Referendariat während der Corona-Pandemie absolviert haben,
  • die Implementierung digitaler Didaktik und Medienpädagogik in allen Phasen der Lehrerausbildung in allen Fächern,
  • das Referendariat auch aufgrund der steigenden Anforderungen wieder auf 24 Monate festzusetzen